JULIUS DEUTSCHBAUER / TONSPUR_spezial
SCHIMPFARENA (Insult Arena)
Jeder für sich und Gott gegen alle

Livebespielung: 08. und 29. Juni 2008, 12 - 24 Uhr
Installation: 8. Juni - 4. Juli 2008, tägl. 12 - 24 Uhr
Karlsplatz, Wien / Resselpark (vor der Technischen Universität)

Schimpfbeiträge von:
Maja Degirmendzic (Performerin), Kroatien
Michaela Falkner (Schirftstellerin), Österreich
Dorothea Schulz (Bildende Künstlerin), Deutschland
Julia Zborowska (Videokünstlerin), Polen

Ein Projekt der:  Factory Season / TANZQUARTIER WIEN

Konzept: Julius Deutschbauer
Klangarchitektur/Tonmischung: Peter Szely
Projektleitung: Georg Weckwerth
Assistenz: Alvin Z. Sudia

DIE ÖSTERREICHERIN (Foto: M.Falkner)

Schimpfarena.JPG

Vom Künstler zum Culturepreneur
Wie viel Ökonomie verträgt die Kunst?

Podiumsdiskussion
des Department für Arts und Management (Donau-Universität Krems)

mit:

FREDERICK BAKER, Filmregisseur und Produzent, Wien/London.
MICHAELA FALKNER, Schriftstellerin und Performancekünstlerin, Wien.
FRANZ KOGLMANN, Komponist und Jazzmusiker, Wien.

Moderation: GERHARD GENSCH, Leiter des Departments für Arts und Management.

"Business art is the step that comes after art." - Ist diese Vision, mit der Andy Warhol vor etwa fünfzig Jahren in bester Avantgarde-Tradition den Kunstbetrieb provozierte, nun zur alptraumhaften Wirklichkeit heutiger Künstler geworden? Kann sich ein künstlerisches Individuum unter dem Druck der Verwertungslogik noch genügend ästhetischen und inhaltlichen Freiraum bewahren? Wenn die Forderung nach "Kreativität" nahezu alle Lebens- und Arbeitsbelange durchdringt, welche Funktion bleibt dann der Kunst? Welcher Art sollte ein Management sein, das der Kunst nützt und sie vor der Indifferenz bewahrt?

Das Department für Arts und Mangement stellt für neue Berufsbilder in den Sparten Film, Musik und Literatur hochqualifizierte universitäre Weiterbildungsangebote zur Verfügung und kooperiert in Lehre und Forschung sowohl mit renommierten internationalen Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft als auch mit der regionalen Kulturwirtschaft.

Im Anschluss Wein und Imbiss!

72-stündige Performance / Installation

im Forum Stadtpark, Graz.

23. September 00.00 Uhr bis 25. September 24.00 Uhr.

Schlussperformance/Epilog: am 25. Sept. 2008 ab 21 Uhr.

image - klein.jpg

Foto: Erwin Peter Pani


Anrührende kreatürliche, sprachlich vermittelte Skulpturen, die Installation meiner Selbst als „Fleisch gewordenes Wort", die sublime Schönheit des Geworfenen. Sätze als kraftvolle Hymnen. Das Prinzip Verausgabung. Ein Duktus wird zur Bühne. Ich bemächtige mich hierin für 72 Stunden des FORUM STADTPARK.
Yearning Creature #1 ist nackt, schutzlos, hinterlässt Spuren, zieht Spuren Kreidestriche, Blut, die Aspekte Dauer, Ausharren über Tage, sich Aussetzen und an die Wand zu stellen, sind bestimmend. Drei Tage bedeuten eine unendliche Langsamkeit vor einer existentiell angepackten Augenzeugenschaft, jenen Menschen die an diesem Gebäude/Ort vorbeigehen, vorbeifahren, es besuchen, dort verharren ...

Der Weg der Yearning Creature #1 führt zuerst rund um das Gebäude des FORUM STADTPARK, dann an seiner Vorderseite links vom Eingang auf dessen Dach, über dieses in den Innenraum des Forum Stadtpark, also in jeden Winkel sowohl an der Außenseite als auch Innen - und schließlich an jenen Ort der von beinah allen Seiten einsehbar ist und so „eine Art von Aquarium" darstellt, das Zentrum des Gebäudes in dem dann das Finale dieses Stationendramas stattfinden wird - der Epilog.

Falkner ist während dieser 72 Stunden mit Kontaktmikrophonen „verkabelt", diese Yearning Creature übermittelt den Betrachtern/Besuchern/Passanten also beständig Geräusche ihrer „Schleifspur einer Vergeblichkeit". Selbst wenn sie auf ihrem Weg einmal nicht gleich zu sehen sein sollte, hört man sie über die beiden Lautsprecher am Eingang zum Forum Stadtpark. Diese Tonspur wird auch Teil der Schlussperformance/Epilog sein.
Komposition/Klangregie: Anna Sophie Reyer. 

Die Performance/Installation ist in Prolog & Epilog gefasst. Im Zuge dessen wird auch
Manifest-23 / AN ANGEL WENT UP IN FLAMES - Man folgt dem der liebt. Lautlos.
verkündet.

Zudem arbeitet Falkner während dieser drei Tage an einer Formel. Eine Art Weltformel, Sehnsuchtsformel. Malt mit Kreide Fragmente dieser Formel auf Pflaster, Hauswand, entlang dieses Weges der Yearning Creature, versuche sich zu erinnern, eine  Folge von Buchstaben, Zahlen, Zitaten u.ä.
Grundmotivik von THIS IS THE STORY. Yearning Creatures #1 ist der ausgelieferte Mensch, seine maßlose monströse und absolute Verlassenheit, der kreatürliche apokalyptische Kern, die Totalität des Mangels. Utopie und letztlich das Scheitern an einer viel zu großen Idee. Die Sprache hat einen feierlichernsten hymnischen Ton, lyrisch bis abstoßend, die Totalität des Mangels, die Erzählordnung des Mangels ...

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