Michaela Falkner gehört mit ihren Texten und Performances zu den herausragenden Vertreterinnen einer Avantgarde, die nicht mehr auf die überlebensgroßen Vorbilder der Wiener Gruppe referiert, sondern sich selbstbewusst Fragmente von Sprach- und Gesellschaftskritik einverleibt, und diese spielerisch-ironisch zu neuen Formen des literarischen Sprechens umformt.
(Peter Zimmermann, ex libris, Ö1)
Die Schriftstellerin und Performerin Michaela Falkner ist eine Expertin der Extreme (...) eine Abstraktionsartistin von hohen Graden.
(Wolfgang Paterno, Falter)
Michaela Falkner ist für ihre intensiven Leseperformances berüchtigt.
(Sebastian Fasthuber, Der Standard)
Michaela Falkner zählt zu den radikalsten Autorinnen ihrer Generation. Falkner pflegt einen überaus radikalen Kunstbegriff. (...) In ihren Arbeiten verschränkt sie Aktionismus mit Literatur, in Form von Performances, Publikation - und Manifesten. (...) erweitert und radikalisiert den klassischen Autorenbegriff.
(Wolfgang Paterno, profil)
Pressestimmen zu "Du blutest, du blutest" (Residenz Verlag, 2011)
In „Du blutest, du blutest" weitet Falkner ihre literarischen Experimente eindrucksvoll auf die zehn Kreise der Kriegshölle aus. (...) in jagendem Rhythmus, die Kluft zwischen dem Unsagbaren und dem Unsäglichen der heiklen Erzählmaterie Krieg zu überbrücken. (...) Ein poetisches Schauerszenario.
Dieser Duktus, der den Leser dem Text nicht gespannt folgen lässt, sondern ihn im geglückten Fall in seinen Bann schlägt, erhält vor allem dann seine Dichte, wenn man ihn im Tonfall einer Ansprache, einer Verkündung liest. Falkners Prosa ist (vergleichbar ihren Performances) eine stark somatische, in ihrer Konzeption wie ihrer Wirkung.
LITERATURHAUS.AT, Bernhard Oberreither
Deutschlandradio.kultur - Beitrag von 20.05.2009 (Michaela Schmitz)
Eine dichtgewebte Textur aus hingebungsvollen Liebesbezeugungen und Hasstiraden, Gewaltexzessen und Angst-Attacken; durchbrochen von surrealen Splittern und zärtlichen poetischen Momenten. (...) Michaela Falkner führt in ihren „Kaltschweißattacken" eine Operation am offenen Sprachherzen vor. In ihrer literarischen Performance fügt sie dem fleischgewordenen Wort schwelende Satzwunden und nicht heilende Wortnarben zu. (...) Die enorm hohe Dynamik des Textes durch den stark wechselnden Rhythmus verdichtet sich mehr und mehr zur rauschhaften Komposition. (...) Der radikal zärtliche Text trifft den Leser schutzlos.
In dem Maße, in dem Falkner das eigenen Ich zum Austragungsort literarischer Entwürfe macht, wir die Sprach körperlich. Der hier im Wortsinn verstandene Text-Köper (...). Michaela Falkner ist eine militante Romantikerin. Sie will etwas bewegen mit ihrer Kunst - egal, ob mit ihren Büchern, ihren Manifesten und Verkündigungen oder mit ihren Performances. Dazu ist sie bereit, sich selbst einzusetzen und rückhaltlos auszusetzen. (...) eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind fanatisch sehnsüchtig, provokativ poetisch und schonungslos suggestiv.(Deutschlandradio.kultur, Michaela Schmitz)
Aus einem Beitrag in Treffpunkt Kultur 30.10.2006 zu den Texten und Performances
Das Publikum unterschätzen, das lehnt die Schriftstellerin Michaela Falkner ab (...) Intensive Spracharbeit, ein energischer Schreibgestus und die Infragestellung von Schubladen (...) Michaela Falkner geht es um Einmischung, um Konfrontation mit dem Leser. Im Rahmen von Performances bei denen sie als Verkünderin der eigenen literarischen Arbeiten auftritt, versucht sie dem Gegenüber noch weiter an den Leib zu rücken.
Pressestimmen zu "KALTSCHWEIßATTACKEN. Requiem für vor Euphorie aufgeschlagene Knie" (Residenz Verlag, 2009)
Michaela Falkner zählt zu den radikalsten Autorinnen ihrer Generation. (...) die Unbedingtheit mit der sich diese rigorose Künstlerin ihren Textflächen und Wortgeröllhalden widmet.
(Wolfgang Paterno, profil)
Eine dichtgewebte Textur aus hingebungsvollen Liebesbezeugungen und Hasstiraden, Gewaltexzessen und Angst-Attacken; durchbrochen von surrealen Splittern und zärtlichen poetischen Momenten. (...) Michaela Falkner führt in ihren „Kaltschweißattacken" eine Operation am offenen Sprachherzen vor. In ihrer literarischen Performance fügt sie dem fleischgewordenen Wort schwelende Satzwunden und nicht heilende Wortnarben zu. (...) Die enorm hohe Dynamik des Textes durch den stark wechselnden Rhythmus verdichtet sich mehr und mehr zur rauschhaften Komposition. (...) Der radikal zärtliche Text trifft den Leser schutzlos.
(Deutschlandradio.kultur, Michaela Schmitz)
Falkners Prosa liest sich wie ein immer schneller, immer schriller werdender Fiebertraum. Kurze, hingeworfene Sätze lassen Bilder entstehen, die an Filme von David Lynch erinnern. Kleine Miniaturen großer Gefühle, Momentaufnahmen von Hass, Wut und Verzweiflung, Beschreibungen einer wilden unerklärlichen Hingezogenheit zu einem Menschen, ständiges Aufblitzen einer enormen destruktiven Energie (...). Herkömmliche Begriffe wie Mutterliebe, zärtliche Zuneigung, familiäre Geborgenheit werden weggespült von einem beispiel- und beistrichlosen Schwall an Gewaltfantasien, bei denen die eigenen Kinder ebenso selbstverständlich als Zielobjekte eingesetzt werden wie der eigene Körper. Falkner, die in ihren Performances ihre Texte als „sprachliche Kampfeinheiten" durchexerziert, führt diesen Kampf bewusst ohne jeden Kompromiss. Gefangene werden nicht gemacht. (...) „Kaltschweißattacken lässt sich als Sprach-Experiment lesen, als auf die Spitze getriebene Negation gesellschaftlicher Konventionen oder als Vorlage für eine furiose, Gänsehaut erzeugende Performance.
(Wolfgang Huber-Lang, APA)
Michaela Falkner gehört mit ihren Texten und Performances zu den herausragenden Vertreterinnen einer Avantgarde, die nicht mehr auf die überlebensgroßen Vorbilder der Wiener Gruppe referiert, sondern sich selbstbewusst Fragmente von Sprach- und Gesellschaftskritik einverleibt, und diese spielerisch-ironisch zu neuen Formen des literarischen Sprechens umformt.
(Peter Zimmermann, ex libris, Ö1)
Es geht ihnen ja um die Modelle des Erzählens und darum, Intensität herzustellen. Und die kommen weniger aus ihrer persönlichen Erfahrungswelt, sondern die kommen von Modellen der Beschreibung her. (...) Eine sehr dichte Arbeit.
(Klaus Kastberger, aus einem Interview in ex libris, Ö1)
Michaela Falkner versteht ihre Arbeit als Dokumentation einer kritischen Zeitgenossenschaft. In Kaltschweißattacken erzählt sie erbarmungslos vom Tod einer Liebe (...) ihre Figuren fühlen sicher keiner Moral verpflichtet. Sie weisen alles zurück was an vorgefertigten Vorstellungen an sie herangetragen werden. Pathos, große, bisweilen monströse Gefühle, spielen in dieser Literatur eine zentrale Rolle.
(Katja Gasser, les.art, ORF)
Was das metaphorische Umfeld betrifft, rekurriert Falkner auf Vorgaben, die wir zu kennen glauben, nur nicht in dieser Intensität. (...) Über weite Strecken sucht der Text, der eine Prosa-Inszenierung ist, die heftigsten Momente, die zu haben und zu erfahren sind.
Im Fall der 'Kaltschweißattacken' vermeint man, wenn die Autorin den Text liest und dabei geradezu in ihn hineinfällt, fast so etwas wie eine antike Kindsmörderin vor sich zu sehen: „Ich bin die Mutter. Ich kann mit ihnen machen was ich will."
(Klaus Kastberger, Die Presse)
Der experimentelle Text ist eine dicht gewebte Textur aus hingebungsvollen Liebesbezeugungen und Haßtiraden, Gewaltexzessen, Angst-, Schmerz- und Panik-Attacken; durchbrochen von Hilferufen und dem Wunsch, dass es endet: "Dann falle ich um ich falle einfach um." Im Gewebe verdichten sich Wortfelder zu situativen Fragmenten und Bedeutungsinseln: Es gibt Andeutungen einer Bahnfahrt, ein Wohnhaus mit Treppe und Garten, Krankenhaus- und Geburtsszenen, Weihnachtsvorbereitungen, Hinweise auf eine Kriminaluntersuchung. Der Rest findet in den Phantasien der Leser und in den Eingeweiden der Sprache statt.
In dem Maße, in dem die Autorin das eigene Ich zum Austragungsort literarischer Entwürfe macht, wird die Sprache körperlich. Folgerichtig wird der im Wortsinn verstandene Text-Körper zum direkten Objekt der Gewalt. Michaela Falkner führt in ihren "Kaltschweißattacken" eine Operation am offenen Sprachherzen vor. In ihrer literarischen Performance fügt sie dem Fleisch gewordenen Wort offene Wunden zu. Es bleibt die Gewissheit: "Es wird nicht wieder heil."
Die Autorin bricht der konventionellen Sprachlogik das Genick. Ihr Verfahren? Sie verschmilzt Sätze, Satzeinheiten oder -fragmente ohne Kommata miteinander. Damit öffnen sich die syntaktischen Elemente zum Vorangehenden und Folgenden. Die Wortbedeutungen werden unscharf, die Bezüge der einzelnen Satzsegmente uneindeutig. Der Effekt: Der gewohnte Ablauf der Lektüre wird zerstört; der Leser wird zum wiederholten Lesen gezwungen. Die Bedeutungen beginnen zu schillern, die möglichen Sinnebenen werden potenziert.
(...) Michaela Falkners Text drängt gerade zum Vortrag, zur Performance. Ein Vortrag, der keinen Widerspruch duldet. Der gewalttätige Text trifft den schutzlosen Leser. (...) Falkners "Kaltschweißattacken" sind radikal, provokativ und schonungslos. Die Autorin stellt uns vor die Frage, warum wir im Text unerträglich finden, wovon wir in der Realität tagtäglich umgeben sind. Sie schreibt sich direkt in die Lebenswirklichkeit des Lesers hinein. Was kann man von einem literarischen Text besseres behaupten?
(Michaela Schmitz, Literaturhaus Wien)
Sätze zu lesen, die hingeknallter, wirklicher und unbedingter glaube ich kaum sein könnten. (...) Hart, poetisch, lautmalerisch und dringend. (...) Fazit: Eine Reihe von ganz wilden familiären Inhalten, von rohen, freigelassenen, daher wohltuenden Gefühlen und von einer ungezähmten Poesie. Ferner meine Freude an diesem Entsetzlichen, dass sie es schreiben konnte und dass ich es lesen durfte. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne dann springt er in den Tod." Und DAS ist nur der Anfang.
(Erika Wurzenreiner, DUM)
Kaltschweißattacken ist starker Tobak. Vordergründig als Liebesgeschichte getarnt, hintergründig als Tragödie um eine Mutter angelegt, die ihre Kinder verstößt, im Wald aussetzt (...) weiß Falkner nicht nur mit der experimentellen Feder zu becircen, sondern sich auch auf die schleichende Nachgeburt ihres sprachlichen Könnens zu verlassen.
(Eva Morocutti, the gap)
Pressestimmen zu „A Fucking Masterpiece" (Czernin-Verlag, 2005)
Wenn es im Gemurmel der Literatur gelingen soll, die Stimme zu erheben, dann vielleicht mit einer saftigen Proklamation. ‚A Fucking Masterpiece' ist ein radikal eigenständiger, auf alle Konventionen verzichtender und hochpräziser Text (...) Über das Glück eine literarische Entdeckung gemacht zu haben, kann sich der Wiener Czernin-Verlag freuen.
(Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung)
In der Stimmenvielfalt lässt dieses Fucking Masterpiece allerlei Rollen-Ichs vermuten; in der Schmucklosigkeit des Nacheinanderprallens erzeugt es durchaus wunderbare Effekte (...) Eine spannende Etüde des langsamen Lesens vermag dies temporeiche Masterpiece zu ermöglichen.
(Klaus Zeyringer, Der Standard)
In eigenwilliger Sprache bietet Falkner einen Höchstgeschwindigkeitstext, dessen Dynamik und Sogwirkung sicherlich ebenso in seiner theatralen Grundstruktur und latenten Performance begründet liegt. (...) Prosaattacke (...) innerhalb dieses frechen, betörenden Erstlingswerk: ‚Nicht dass die Welt noch stünde, so kann man das nicht behaupten.'
(Thomas Ballhausen, Skug)
Dieses Buch beschäftigt einen, man will dahinter kommen (...) Was die listige Autorin jedenfalls erreicht, ist, dass man grübelt und die Bild- und Textfetzen lange mit sich trägt.
(Markus Köhle, The Gap)
Falkner fängt sich eine Panoramaaufnahme, 12.00 mittags, high-noon, alles Bedeutsame gerinnt - und wird sichtbar. MF ist eine Alchimistin der Sprache. (...) Falkners Schreiben ist ein happening, ein Satz nach dem anderen findet sich wieder, fern der üblichen Falllinie. A fucking masterpiece! Wo konnte man das je treffender behaupten.
(Michael Stavaric, readmee.cc)
In Schwindelerregender Geschwindigkeit einen Parforceritt durch die Stationen ihres Lebens. (...)
(Markus Hildenbrand, Die Furche)
Pressestimmen zu „Falkner II. Eine Moritat in siebzehn Bildern" (Czernin-Verlag, Herbst 2006)
Sprachliche Wendungen, in Fluss gebracht, speisen sich in die Bildgebung ein und generieren Energien - bis zur Ekstase. Das Kühle medizinischer Terminologie findet sich taumelig mit Martialischem verschnitten; amputierte Sätze sind mit neuen Gliedern schön vernäht, schön ambigue, mit kaschierten Sollbruchstellen. Halsstarrig gebärdet sich die Sprache - und rutscht dennoch die Kehle gut hinab: Fleisch gewordenes Wort sozusagen. (...) Ein Buch das sich nie erschöpft - allen Unersättlichen!
(Ulrike Matzer, Literaturhaus Wien)
Kompromissloses Werk!
(Beitrag im ORF Treffpunkt Kultur, 30.10.2006)
Der Versuch „Falkner II" zu lesen, scheiterte an den darin beschrieben Bildern. Ich mochte mich diesen nicht aussetzen. (...) Ihre Bilder der Gewalt zeichnen ein sehr starkes sinnliches Bild, die durch das Moment Macht entstehen.
(DATUM. Seiten der Zeit. November 2006)
Wie die Falkner'sche Sprach- und Bildführung mich immer wieder stocken lässt, sei es durch das Ausscheren von Bilddetails, durch syntaktische Kontraktionen oder eben durch Unbestimmtheitsstellen. (...) „Das einzige dass mich je bedingungslos interessierte ist die Liebe", liest man in dem der ganzen Moritat vorangesetzten Motto. „I want You" tritt im Text dann aber auch als so genannter Schlachtruf auf. Das Unbedingte als das, was zum Töten führen muss? (...) Wenn Falkner im Abspann ihres Buches von einer Sehnsucht sich zu verneigen schreibt, so verneige ich mich ebenfalls zuvor vor ihrer höchst eigenständigen, individuellen Arbeit.
(Christian Steinbacher)
Pressestimmen zur Performancereihe „Notate von einer die gerade Angefangen aus der Bahn
zu rasen ..." April bis November 2005 im Rahmen (Museum für Angewandte Kunst, Wien)
Großes Pathos - doktrinäre Ideologie: Manifeste, sei es in der Kunst oder in der Politik, gehen aufs Ganze, sie dulden keinen Widerspruch. Die 1970 geborene Performerin Michaela Falkner (...) will es noch einmal wissen - wie könnte ein Manifest heute aussehen?
(profil)
Pressestimmen zu „THE EXECUTION OF LUDWIG - Eine theatralische Hymne" (MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien; 7.-10. November 2006)
Es mag im Theater angehen, dass jemand der gerade brutal erschossen wurde, zum Schlussapplaus munter vor den Vorhang tritt. Bei der Autorin und Darstellerin Michaela Falkner geht es konsequenter zu. In ihrer künstlerischen Intervention „The Execution of Ludwig" (...) tritt sie nicht nur als Zeremonienmeisterin auf, sondern wird am Ende auch hingerichtet. Falkner bleibt dann drei Tage lang möglichst regungslos in der MAK-Säulenhalle liegen. „Die Tote liefert sich dem Volk aus", heißt es in der Ankündigung, „eine Pilgerstätte entsteht". (...) Extrem-Performerin.
(profil)
Kompromissloses Werk!
(Beitrag im ORF Treffpunkt Kultur, 30.10.2006)
In der Kunst wird sie zur Zeremonienmeisterin.
(DATUM. Seiten der Zeit. November 2006)
Verspricht Michaela Falkners Performance „The Execution of Ludwig" den Publikumskörper noch umfassender zu involvieren.
(Der Standard)
Du blutest, du blutest
Kaltschweißattacken
A Fucking Masterpeace
Falkner II