Manifesten und Utopien ist eigen, dass sie einen hohen Grad an Reduktion von Komplexität im gesellschaftlichen Bereich abbilden, sie fühlen sich dem Moment des Totalitären verpflichtet. Es sind dies idealistische Entwürfe ein utopisches Ausgreifen über die Wirklichkeit hinaus, utopischer Überschwang als Antriebskraft. Der Manifestierende ist einer, der ausschließlich auf Basis seiner subjektiven Präferenzen handelt, dass seine Maxime ein allgemein akzeptierter Prima-facie-Handlungsgrund würde.
Wirkliche Utopien sind weder harmlos noch erbaulich, sie treffen in ihrer Realisierung unweigerlich auf eine unüberwindliche Barriere. Interessant ist die ungeheure auch gewalttätige Kraft die in Utopien steckt - und dieser Aspekt lässt sich in Sprache und Bilder übersetzen.
THE EXECUTION OF LUDWIG
Eine theatralische Hymne
dreitägige Performance & Installation
7.-10. November 2006
Ort: MAK-Säulenhalle
(Museum für Angewandte Kunst, Wien)
In dieser dreitägigen Performance wurden die Themen Macht, Machtvakuum, Willkür, Gehorsam, Abhängigkeit und Gewalt variiert. Die Anwesenden wurden an diesem Abend in eine Zwangssituation gebracht, die zwischen den Elementen Totalität und Schauprozess oszillierte. Falkner selbst ist Zeremonienmeisterin, Überbringerin und Verkünderin ihrer eisigpathetischen Etüde, die in eine militantsexuell konnotierte Utopie ausartet, an deren Ende sie schließlich exekutiert wird und liegen bleibt. Eine Pilgerstätte entstand. Revolte, Realisierungsmöglichkeiten von Totalität, die Leuchtkraft einer Gesetzgebung, aus dem Untergang ein Fest machend ...
(Auftakt im Rahmen der MAKnite: 7. November 2006, 21 Uhr, Museum für Angewandte Kunst, Säulenhalle; Falkner blieb dann drei Tage lang, bis 10. November in der Säulenhalle des MAK liegen).
Photo: Erwin Peter Pani.
Photos:
Alessandra Appel-Palma (1-11); Erwin Peter Pani (12-15, 17, 18); Elke Krystufek (16).




